Krebspatienten und Corona
Nicht locker lassen
Ilaha Rasulzade erhielt am 26. Mai die Diagnose Brustkrebs, einen Tag nach ihrem 39. Geburtstag. Schon im März hatte sie einen kleinen Knoten in der Brust gespürt. Aber dann kam Corona, und mit dem Virus recht bald die Schließung der Schulen. Ilaha schob alle gesundheitlichen Bedenken erst einmal beiseite und kümmerte sich von morgens acht bis nachmittags vier Uhr darum, dass ihre Töchter Eva, acht Jahre, und Sara, sieben Jahre, zuhause lernten. Schon kurz vor ihrer Diagnose lief es nicht gut für die junge Frau, die 2011 mit ihrem Ehemann aus Aserbaidschan nach Luxemburg gekommen war und sich in Wiltz niederließ. Ihr Mann hatte seinen Job bei einem Taxiunternehmen aufgrund von Corona verloren, sie wurde mit Ablauf ihrer befristeten Stelle als Mutterschaftsvertretung für eine Reinigungskraft im Prabbeli in Wiltz nicht übernommen. Eigentlich habe es so ausgesehen, als wolle ihr Arbeitgeber sie darüber hinaus behalten, aber dann mischte Covid-19 die Karten überall neu.

Eigentlich ist Ilaha Ingenieurin für Telekommunikation, sie hat große Pläne, denkt sogar darüber nach, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Sie spricht perfekt Englisch, bei Luxemburgisch und Französisch hapert es noch. Da haben ihre Töchter es besser. Sie sind in Luxemburg geboren und bewegen sich sicher in den Landessprachen.

Es ist schwer momentan, Pläne für die Zukunft zu schmieden. Normalerweise ist Ilaha eine fröhliche, positiv denkende Frau. „Jetzt mit dem Krebs bin ich nicht sicher, was morgen passiert“, sagt sie. „Es ist gerade schwierig, über Wünsche fürs Leben nachzudenken.“ Sie hat bereits fünf Chemotherapien hinter sich, sechs folgen noch, dann wird sie operiert werden. Oft ist sie abgeschlagen, aber sie zwingt sich, ihre Schmerzen, ihre Müdigkeit nicht auf andere zu übertragen. Lieber möchte sie positive Energie verbreiten. „Manchmal weine ich auch, aber noch lieber lache ich“, erklärt sie – lachend. Mehr dazu im neuen Télécran.
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