ARD ALPHA
  • DOKUMENTATION
22:15
23:05
AUSGELÖFFELT · DAS COMEBACK DER SUPPE
Dokumentation
Regie: Constanze Griessler.
Die Suppe gehört zu den ältesten Speisen, bekannt in allen Kulturen. Sie kommt aus dem Würfel, der Dose, dem Glas oder - ganz klassisch - aus dem Topf. Suppen sind Kraftnahrung, Heilmittel, können aus fast allen Lebensmitteln zubereitet werden erleben immer wieder Revivals auf Plattformen wie TikTok und Co
Die Suppe steht für Wohlfühlessen, Wärme und Behaglichkeit. Sie soll heilen, kräftigen, aber auch beim Abnehmen unterstützen. Die Dokumentation taucht ein in die vielfältige Welt der Brühen. Suppen gehören zu den ältesten Speisen, bekannt in allen Kulturen. Sie kommt aus dem Würfel, der Dose, dem Glas oder aus dem Topf. Suppen können aus fast allen Lebensmitteln zubereitet werden und erleben immer wieder Revivals auf Plattformen wie TikTok und Co. Suppen sind die Klassiker des Speiseplans. Während der Coronapandemie hat sich der Umsatz von Fertigsuppen im Einzelhandel verdoppelt. Die flüssige Speise gilt als «Urelement der Küche» und wurde laut Geschichtsforschenden bereits in der Steinzeit gekocht. Viele Familien überlieferten über Generationen Rezepte, jede Kultur ihre eigene Suppentradition. Ob Pho, Miso- oder Tom-Kha-Suppe, Bouillabaisse, Minestrone, Rindsuppe, Bouillon: Suppen sind im Trend. Auch in der Kunstwelt finden sie ihren Niederschlag, wie Andy Warhols berühmte Campbell-Dosen beweisen, und werden als Protestform genutzt, etwa, wenn medienwirksam ein Van-Gogh-Bild mit Suppe beworfen wird. Brühen sollen als Fastensuppe entschlacken, als Hühnersuppe - auch als «Jewish Penicilin» bekannt - heilen oder, von Sterneköchinnen und Sterneköchen ins Glas gezaubert, ein bisschen Luxus ins traute Heim bringen. Sie werden jeder Ernährungsweise gerecht, ob vegetarisch, vegan oder in der Paleo-Ernährung. Der Suppenwürfel ist der Vorreiter des Convenience-Food. 1886 erfand Julius Maggi eine Speisewürze, eine ganze Suppenindustrie entstand im Zuge der Industrialisierung. Bis heute sind unzählige Packerl- beziehungsweise Tütensuppen entwickelt worden, und es werden immer mehr. Die Kraftbrühe gilt als Heilmittel, die «Goldene Joich», wie Hühnersuppe im Jiddischen heißt, ist auch als «Jewish Penicilin» bekannt. Maschi Mermelstein kocht die Speise gern zum Sabbath und schwärmt: «Die Goldene Joich ist wirklich, vielleicht in homöopathischen Dosen oder im psychologischen Sinne, etwas Wohltuendes für den Körper, wenn sie schmackhaft zubereitet wird und im Familienverband von der Kindheit her bekannt ist.». Der Hype um die Suppe reißt nicht ab, Rezeptvideos mit Hashtags wie #SoupTok und #Soup erzielen auf TikTok, Instagram und Co. Milliarden Aufrufe, und auf YouTube sieht man, wie sich mit «Souping» - angeblich - Gewicht verlieren lässt. Seit Langem sind Suppen auch ein wichtiger Bestandteil des Fastens. Alexander Graffi leitet Suppenfasten-Retreats im Waldviertler Stift Geras: «Wichtig ist, dass eine Fastensuppe abwechslungsreich ist und wirklich lange gekocht wird. Ich finde das Suppenfasten am leichtesten und gleichzeitig am intensivsten, weil man keinen Hunger hat.». Nicht nur in Retreats bringt die Speise Menschen zusammen: Das Berliner Nachbarschaftsprojekt «Suppe und Mucke» organisiert Suppenfeste unter dem Motto «unkommerziell, selbstorganisiert, umsonst & draußen». Dort lernt man sich kennen und kommt beim Schlürfen ins Gespräch: «Das ist das Schöne an der Suppe. Da kann man gar nicht so viel falsch machen. Am Ende kann man es immer ein bisschen würzen, und dann schmeckt es schon», scherzen Martin und Constanze. Und sie ist das perfekte Zero-Waste-Essen. Molekularbiologe Fritz Treiber, Leiter Geschmacklabors an der Universität Graz, postuliert: «Suppe ist sehr dankbar, wenn es um die Nachhaltigkeit geht. Also wunderbar, dass ich aus den Resten, die nicht unbedingt in den Biomüll müssen, einen Fond mache, der die Basis der Suppe ist.». Seit Jahrhunderten soll die Speise alle satt machen. Suppenbusse mit Freiwilligen, die Armutsbetroffenen heiße Suppe und Brot bringen, sind weiterhin in vielen Städten, so auch in Wien, im Einsatz. Die Dokumentation blickt über den Tellerrand und zeigt die vielen Gesichter sowie die Kulturgeschichte der flüssigen Mahlzeit
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