ARTE
  • DOKUMENTATION
10:55
11:50
UNSER GEHEIMER 6. SINN
WIE WIR UNSEREN KÖRPER WAHRNEHMEN
Dokumentation
Regie: Vincent Amouroux.
Viele Menschen denken, dass sie alle Sinne beisammenhaben, wenn sie beim Zählen auf fünf kommen. Doch es gibt noch einen sechsten Sinn: die Propriozeption. Sie hat kein eigenes Organ und agiert unsichtbar tief im Körperinneren, ist aber genauso wichtig wie die fünf anderen Sinne. Die Propriozeption ist die Eigenwahrnehmung der Körperlage im Raum. Es mag selbstverständlich erscheinen, dass sich ein Mensch ständig der Position seines Kopfes und seiner Hände und Beine bewusst ist. Doch für diese Fähigkeit sind sehr komplexe Abläufe erforderlich. Denn während Außenreize wie Licht, Geräusche, Geschmack, Geruch oder auch ein Windhauch von den Sinnesorganen erfasst werden, werden bei der Propriozeption Reize aus dem Körperinneren verarbeitet
Tief im Körperinneren verfügt der Mensch über einen im Alltag unverzichtbaren sechsten Sinn: die Propriozeption. Dabei handelt es sich um eine Eigenempfindung, die dem Menschen die Echtzeit-Wahrnehmung der Lage seines Körpers im Raum gestattet und damit das Gehen, Laufen und Schreiben erst möglich macht. Im Gegensatz zu den anderen fünf Sinnen hat die Propriozeption kein eigenes Sinnesorgan. Die Eigenwahrnehmung kommt zustande, weil das Gehirn permanent Nervenreize verarbeitet, die ihm Tausende Rezeptoren aus dem Körper, vor allem aus Muskeln und Sehnen, übermitteln. In der Dokumentation wird die Rolle der Propriozeption bei jeder auch noch so kleinen Körperbewegung mit Unterstützung des Choreographen Yoann Bourgeois veranschaulicht. Um die propriozeptiven Fähigkeiten seiner Tänzer zu stimulieren, platziert er sie auf Drehscheiben, Trampolinen und Wippen. Seine Inszenierungen dienen jeweils als Einführung in die Forschungsarbeiten der verschiedenen Labore, in denen der sechste Sinn untersucht wird. Das Institut des Sciences du Mouvement in Marseille arbeitet seit zehn Jahren mit Ginette, einer der fünf Personen auf der Welt, die die Eigenempfindung verloren haben. An der Universität von Aix-Marseille erforscht Edith Ribot-Ciscar die Funktionsweise von Propriozeptoren. Die Wissenschaftler am CNES in Toulouse versuchen zu beweisen, dass die Schwerkraft ein «Bleifaden» ist, um den herum sich die Propriozeption organisiert. An der Universität von Aix-Marseille will Christine Assaiante mit Hilfe funktionaler MRT-Bildgebung nachweisen, dass der sechste Sinn wichtig für die Herausbildung des Körperschemas ist. Und die Piloten der Patrouille de France bereiten sich dank ihrer propriozeptiven Fähigkeiten mental auf ihre Flüge vor. Besonders erstaunlich ist die Entdeckung von INRA-Forschern, dass Pflanzen, um gerade zu wachsen, ebenfalls die Propriozeption brauchen
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