ARTE
  • DOKUMENTATION
15:45
17:25
STUNDE NULL DES MENSCHEN
Spielfilm
Regie: John Bredar.
Zwei der bemerkenswertesten Fossilfunde der letzten Jahrzehnte waren Skelettreste der Arten Australopithecus sediba und Homo naledi. Diese Entdeckungen füllen eine Lücke von einer Million Jahren in der menschlichen Evolutionsgeschichte. Der bisher nicht abgedeckte Zeitraum erstreckt sich auf die Jahre 2,5 bis 1,5 Millionen vor Christus. In dieser Periode vollzog sich der Übergang vom affenähnlichen Australopithecus zu den frühen Vertretern der Gattung Homo, den allerersten Menschen. Es könnte sich um einen zentralen Abschnitt der Menschheitsentwicklung handeln, der bislang im Verborgenen lag
Paläoanthropologen finden nicht selten einzelne Knochenstücke, zum Beispiel Teile eines Oberschenkels, ein Schulterblatt oder einen Zahn. Die Entdeckung mehrerer Fragmente desselben Skeletts - wie bei Lucy, dem Turkana Boy und dem Java-Menschen - gilt bereits als beachtlicher Vorstoß. In der Rising-Star-Höhle in Südafrika förderte nun das Team um den Paläoanthropologen Lee Berger Tausende von Knochenfragmenten von mindestens 14 verschiedenen Skeletten zutage. Ein Jahrhundertfund! Der Dokumentarfilm begleitet die Vorbereitungen dieser Ausgrabung und schildert eine andere bedeutende Entdeckung, die Lee Berger und sein Team vor mehreren Jahren ebenfalls in Südafrika in der Malapa-Höhle gemacht haben: eine bisher unbekannte Spezies der Gattung Australopithecus. Australopithecus sediba lebte vor rund 2 Millionen Jahren und wies sowohl Merkmale des Affen als auch des Menschen auf. Er hatte lange, affenähnliche Arme mit menschlichen Händen. Sein Gehirn war so groß wie das eines Schimpansen, während die Beine und Füße wiederum an den Menschen erinnerten. In der Rising-Star-Höhle bargen Lee Berger und sein Team 2013 innerhalb von sechs Wochen fast 2.000 Knochenfragmente einer weiteren bisher unbekannten Art. Und zwar unter schwierigsten Bedingungen, denn der Weg zum Fundort im hintersten Teil der Höhle führte durch einen nur 18 Zentimeter breiten Engpass. Wie Australopithecus sediba ist die entdeckte Art ein Hominid mit kleinem Gehirn. Aufgrund ihres Gesichts und ihre langen Beine wurde sie jedoch der Gattung Homo zugeordnet. Lee Berger nannte die neue Spezies Homo naledi. Zusammen mit Australopithecus sediba lässt Homo naledi neue Schlüsse über den Ursprung des Menschen zu. Die alte Vorstellung vom linearen Stammbaum erscheint überholt, denn die Arten Australopithecus sediba und Homo naledi beweisen, dass zur "Stunde Null" des Menschen mehrere Arten großer Menschenaffen mit aufrechtem Gang und kleinem Gehirn in räumlicher Nähe koexistierten. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass es zu Kreuzungen kam und der Mensch unter Umständen von mehr als einer Art abstammt
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